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Café Río Lejos

Café Río Lejos ist ein biol­o­gisch ange­bauter, hochw­er­tiger Spezial­itätenkaf­fee von der Fin­ca La Esmer­al­da in Pijao, Kolumbi­en, der in Höhen zwis­chen 1750 und 1950 Metern mit­ten in einem Natur­reser­vat wächst.

Unsere Kaf­fee­bäume gedei­hen auf frucht­baren Vulkan­bö­den im Schat­ten stick­stoff­binden­der Guamo- und Chachafru­to-Bäume, die die Kaf­feep­flanzen vor Starkre­gen und Ero­sion schützen und ihnen Nährstoffe liefern, was den Dün­gere­in­satz reduziert. Unseren Kaf­fee pflanzen, pfle­gen, ern­ten und ver­ar­beit­en wir sehr sorgfältig mit den Frücht­en, sozial ver­ant­wortlich mit unseren Mitar­beit­ern und nach­haltig für Men­sch und Natur. Die ver­schiede­nen Sorten unseres Kaf­fees ver­ar­beit­en wir zu leck­erem Espres­so, fruchti­gen Nat­u­rals und milden Filterkaffees.

Wir haben einen Direk­tver­trieb aufge­baut, in dem wir die Kaf­fee­bohnen von der Farm bis zu unseren End­kun­den in Deutsch­land und in Europa selb­st beliefern. Wir verzicht­en auf Güte­siegel, weil die Beantra­gung für eine kleine Far­men zu aufwändig und teuer ist. Wir set­zen stattdessen auf den per­sön­lichen Kon­takt zu unseren Kun­den und auf Trans­parenz, etwa mit dieser Web­site, und investieren den Mehrw­ert selb­st in nach­haltige Pro­jek­te wie unser Natur­reser­vat Ani­ma La Vida und die Rena­turierung ander­er Far­men. Wenn Sie Fra­gen haben, kön­nen Sie uns gerne kon­tak­tieren.

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Näch­ste Kaf­feel­iefer­ung voraus­sichtlich Ende August 2023

Das Reservat — Anima La Vida

Unser Natur­reser­vat Ani­ma La Vida weist eine enorme Vielfalt an Pflanzen und Tieren auf. Wir fördern hier die Rena­turierung ein­er einzi­gar­ti­gen Natur­land­schaft., indem wir beste­hende Waldin­seln ver­größern, ökol­o­gis­che Kor­ri­dore schaf­fen und die bei­den Urwälder unser­er Farm mit benach­barten Wäldern verbinden.

Auf den ehe­ma­li­gen Rinder­wei­den pflanzen wir eine Vielzahl ein­heimis­ch­er Bau­marten. Anstelle von bloßem Gras und Kop­peln für Tiere der Fleis­ch­pro­duk­tion, läuft man heute durch licht­en Jung­wald, in dem sich vielfältig bunte Vögel, Schmetter­linge und andere Tiere tum­meln. Damit schützen und erhöhen wir die Bio­di­ver­sität in ein­er ökol­o­gisch beson­ders wertvollen, aber auch frag­ilen Region. Das kolumbian­is­che Min­is­teri­um für Umwelt und Nach­haltige Entwick­lung hat diesen Beitrag gewürdigt, indem es unsere Farm Ende 2022 zu einem Natur­reser­vat der Zivilge­sellschaft erk­lärt hat.

Clav­i­ja cau­li­flo­ra, eine noch wenig erforschte und sehr sel­tene Pflanze, wächst in unserem Urwald. Hier ein Exem­plar mit Samen.

Auf dem Foto von googleearth in 2018 sind die hell­grü­nen Rinder­wei­den deut­lich zu erkennen.

Als natür­lichen Bestand unser­er bei­den Urwald­stücke haben wir mehr als 130 Bau­marten reg­istri­ert, darunter viele endemis­che und vom Ausster­ben bedro­hte Arten. Diese enorme Bio­di­ver­sität wollen wir schützen, erweit­ern und anderen Fin­cas zur Ver­fü­gung stellen. Wir exper­i­men­tieren, wie sich die durch die Rinder­be­wei­dung degradierten Böden mit ihren aggres­siv­en Unkräutern – inva­siv­en Gräsern und Far­nen – rena­turi­eren lassen. Arbolo­cos und Nigüi­tos fungieren dabei als Pio­nierpflanzen, um die veröde­ten Böden wieder bewohn­bar zu machen.

Auf der Drohne­nauf­nahme von 2022 ist eine fast geschlossene Baumdecke zu sehen.

Weit­ere für die Rena­turierung wichtige Pflanzen sind Guamos, Vainil­los, Car­boneros und Chachafru­tos, die für Humus­bil­dung und eine natür­liche Dün­gung sor­gen, indem Bak­te­rien in ihren Wurzeln Stick­stoff aus der Luft binden und diesen über abfal­l­ende Blät­ter und Äste weit­er­re­ichen. Wir ver­wen­den gefährdete Bau­marten wie Cedro Negro (Anden-Wal­nuss), Roble (Eiche) und Wachspal­men, aber auch beson­ders sel­tene Bäume, deren Samen und Set­zlinge wir aus dem eige­nen Urwald, von befre­un­de­ten Far­men und Reser­vat­en sowie von Baum­schulen erhalten.

Sie kön­nen unser Reser­vat in geführten Touren besichti­gen, unseren Café Río Lejos aus dem Natur­reser­vat bestellen, die Rena­turierung unter­stützen oder diese Seite aufmerk­sam lesen und weiterempfehlen.

Col­ib­ri cor­us­cans und Dutzende weit­ere Voge­larten find­en sich im Reser­vat Ani­ma La Vida in Pijao.

Renaturierung

Lei­der bre­it­et sich im kolumbian­is­chen Departe­ment Quindío der Avo­ca­do-Anbau aus, für den großflächig junge Wälder gefällt und Fahrwege angelegt wer­den, die in den steilen Hän­gen für mas­sive Ero­sio­nen sor­gen. Die Monokul­turen benöti­gen große Men­gen chemis­chen Dünger und Gifte, um das „Super­food“ des Nor­dens zu pro­duzieren. Die UNESCO dro­ht deshalb bere­its, der kolumbian­is­chen Kaf­feere­gion Eje Cafetéro den Sta­tus als Weltkul­turerbe zu entziehen.

Eine Alter­na­tive zu Avocado-Monokulturen

Mit der Ein­führung von Agro­forstwirtschaft im Kaf­feean­bau und der Rena­turierung von Brach­land wollen wir ein Gegengewicht zu diesem neuen Raub­bau an der Natur set­zen. Wir wollen Bewusst­sein für die enorme Vielfalt und Schön­heit der heimis­chen Natur weck­en und den Farmern alter­na­tive Einkün­fte erschließen, indem wir Bäume für Bauholz in nach­haltiger Forstwirtschaft und Frucht­bäume pflanzen. In regener­ierten Zonen siedeln sich viele exo­tis­che Tiere an, die dem lokalen Öko­touris­mus eine weit­ere Attrak­tion bieten. Der Anbau von Kaf­fee soll wieder rentabler wer­den, weil er unter Schat­ten­bäu­men seine Qual­ität verbessert und als Spezial­itätenkaf­fee höhere Preise erzie­len kann.

Ein männlich­er Kap­pen­naschvo­gel (Chloro­phanes spiza)

Aus den Erfahrun­gen der Rena­turierung und mit den Ressourcen unser­er Farm – Samen und Set­zlin­gen – bestück­en wir unsere Baum­schule Endemi­ka Colom­bia. Wir zücht­en auss­chließlich ein­heimis­che Bäume. Pio­nier­bäume dienen der Rena­turierung degradiert­er Böden. Bes­timmte samenbestück­te Bäume lock­en Vögel, Fle­d­er­mäuse und andere Säugetiere an. Nutzbäume pro­duzieren Brennholz und Bauholz oder liefern Früchte für den men­schlichen Kon­sum. Sel­tene und vom Ausster­ben bedro­hte Bäume reich­ern die Bio­di­ver­sität an.

Pirol (Icterus chrysater)

Wir helfen anderen Far­men, ungenutztes Land wieder­aufzu­forsten und auf Agro­forstwirtschaft im Kaf­feean­bau umzusteigen. Dies reduziert über die CO2-Auf­nahme der Bäume den Anteil an Treib­haus­gasen in der Atmo­sphäre und schützt zugle­ich die Böden vor den Auswirkun­gen des Kli­mawan­dels. Denn immer häu­figer wer­den­der Starkre­gen verur­sacht Ero­sio­nen und ver­nichtet die frucht­bare Humuss­chicht. Bäume kön­nen diesen Prozess aufhal­ten und umkehren, indem sie das Wass­er brem­sen, absorbieren und neuen Humus auf­bauen. Zugle­ich ver­hin­dern sie die Aus­trock­nung der Böden in län­geren Trocken­zeit­en und ver­drän­gen auf natür­liche Weise aggres­sives Unkraut.