Schlagwort: Biodiversität

CO2 kompensieren

Eine per­sön­liche CO2-Kom­pen­sa­tion leisten

Jed­er Men­sch in Deutsch­land verur­sacht durch Kon­sum, Heizen, Reisen und andere Aktiv­itäten durch­schnit­tlich 10,8 Ton­nen CO2-Äquiv­a­lente pro Jahr. Das sind rund 8 Ton­nen mehr als das Ökosys­tem der Erde absorbieren kann.

Wie wäre es deshalb, den ganz per­sön­lichen Fußab­druck zu min­imieren oder sog­ar zu kom­pen­sieren? Eine ein­fache, schnelle und effiziente Möglichkeit ist es, Wieder­auf­forstung zu betreiben. Sie ist jed­erzeit und fast über­all möglich, und sie bietet neben der CO2-Absorp­tion weit­ere Vorteile für Men­sch und Natur. Denn sie kühlt das Mikrokli­ma, befeuchtet und regener­iert Böden, schützt vor den Auswirkun­gen des Kli­mawan­dels wie Starkre­gen und Dür­ren, ermöglicht nach­haltige Land­wirtschaft, schafft neue Leben­sräume für Tiere und Pflanzen und erhöht damit die Bio­di­ver­sität. Wir bieten Ihnen direk­te Umwelt­in­vest­ments in konkrete Pro­jek­te in Quin­dio, Kolumbi­en. Mit Ihrem Beitrag finanzieren Sie die Auf­forstung von Brach­land und die Ein­führung von Agroforstwirtschaft.

Was kostet CO2?

Das ist eine schwierig zu beant­wor­tende Frage. Waldbe­sitzern im glob­alen Süden wer­den oft 5–10 € pro Tonne CO2-Kom­pen­sa­tion ange­boten und eine viel zu niedrige Menge an CO2-Absorp­tion ange­set­zt. Bei ver­schiede­nen frei­willi­gen Pro­jek­ten bezahlt man 30–40€ pro Tonne CO2. Börslich gehan­delte CO2-Emis­sion­srechte kosten 81,50 € (Stand Ende Mai 2023). Das Bun­desumweltamt berech­net den Kosten­satz ein­er Tonne CO2 mit 195€. Es ist also eher die Frage, was es Ihnen Wert ist, Ihren CO2-Ausstoß zu kompensieren.

Was kostet Wieder­auf­forstung in Kolumbien?

Wir kalkulieren für eine nach­haltige Wieder­auf­forstung von einem Hek­tar Wald in Kolumbi­en mit 1.000 Bäu­men je nach Ter­rain, vorhan­den­em Bewuchs und Hochw­er­tigkeit der ver­wen­de­ten Pflanzen 4.000 bis 6.000€. Dies schließt eine zwei­jährige Pflege ein und garantiert, dass die Bäume in dieser Zeit einen geschlosse­nen Jung­wald bilden kön­nen und nicht mehr von Unkraut bedro­ht sind. Nach 20 Jahren gibt der Wald nor­maler­weise in etwa dieselbe Menge CO2 durch Ver­rot­tung ab, die er durch Pho­to­syn­these aufn­immt. Er absorbiert dann nur noch ger­ingfügig zusät­zlich­es CO2 durch Auf­bau von Humus. Wir möcht­en dieses Lim­it an Absorp­tion­ska­paz­ität zeitlich aus­dehnen, indem wir bei der Waldpflege Pyrol­yse-Ver­fahren zur Pro­duk­tion von Bio-Kohle ein­set­zen, die wir als Düngerzusatz in den Boden einar­beit­en. Dieses Ver­fahren gilt als Möglichkeit, Kohlen­stoff langfristig zu binden, der son­st bei der Ver­rot­tung wieder in die Atmo­sphäre gelan­gen würde.

Wieviel CO2 absorbiert Jung­wald in Kolumbien?

Wir gehen kon­ser­v­a­tiv gerech­net von ein­er durch­schnit­tlichen CO2-Absorp­tion des her­anwach­senden Waldes in Kolumbi­en von 15 Ton­nen pro Hek­tar und Jahr aus. In den Tropen wächst Wald dreimal so schnell wie in den gemäßigten Zonen Mit­teleu­ropas, und in Deutsch­land wer­den gewöhn­lich 6 Ton­nen ange­set­zt. Da die meis­ten Flächen bere­its über einige Sträuch­er und schnellwach­sende Pio­nier­bäume ver­fü­gen und wir eine Mis­chung aus schnell und langsam wach­senden Bäu­men pflanzen, find­et von Anfang an eine nen­nenswerte CO2-Absorp­tion statt, die kon­tinuier­lich zunimmt.

Was kostet Sie die CO2-Kom­pen­sa­tion bei der Auf­forstung in Kolumbien?

Bei einem Durch­schnittspreis von 5.000 € für die Auf­forstung eines Hek­tars Wald und 15 Ton­nen CO2-Absorp­tion­ska­paz­ität pro Jahr und Hek­tar, betra­gen die Investi­tion­skosten für ein Wald­stück in Kolumbi­en, das 20 Jahre lang jährlich eine Tonne CO2 absorbiert rund 330€. Anders gerech­net sind 16,50€ in etwa der Preis für die Pflanzung und Pflege von Bäu­men, die in 20 Jahren eine Tonne CO2 absorbieren wer­den. Dies sind die reinen Pflanzungskosten, die keine Kom­pen­sa­tion für den Landbe­sitzer bein­hal­ten. Wir stellen es den Landbe­sitzern frei, zusät­zlich eine CO2-Kom­pen­sa­tion zu beantra­gen, und wir wer­den ihnen hier­bei helfen.

Hier ein paar Optio­nen für Sie

Um die natür­liche Absorp­tion Ihres CO2-Fußab­drucks in ein­er Fin­ca in Kolumbi­en zu kom­pen­sieren, bei Annahme von 10,8 Ton­nen durch­schnit­tlich­er CO2-Verur­sachung, müssten Sie jährlich 178,20 € für Auf­forstung bezahlen (10,8 t CO2 x 16,50 €/t CO2). Sie kön­nen auch ein­ma­lig 3564€ für die Auf­forstung eines Wald­stücks von 0,74 Hek­tar bezahlen, das 20 Jahren lang Ihren kom­plet­ten CO2-Kon­sum absorbieren wird. Da sich der CO2-Kon­sum in Deutsch­land kün­ftig (hof­fentlich!) reduzieren wird, kom­pen­sieren Sie nicht nur ihren Ver­brauch, son­dern tra­gen auch von dem his­torischen Über­schuss ab, den wir Wes­teu­ropäer mit unserem Lebenswan­del lei­der aufge­baut haben.

Bitte bedenken Sie

Ihr per­sön­lich­er CO2-Ver­brauch kann niedriger, aber auch bedeu­tend höher als der Durch­schnitt von 10,8 Ton­nen liegen. Ein Interkon­ti­nen­talflug (Hin und Rück) pro­duziert allein ca. 2 Ton­nen CO2. Als Bewohn­er von Indus­trien­atio­nen haben wir außer­dem über die let­zten Jahrzehnte einen enor­men Über­schuss an CO2 in der Atmo­sphäre erzeugt, der in unserem Wohl­stand­sniveau gebun­den ist. Aus glob­alen Gerechtigkeits­grün­den müssten wir also sehr viel mehr CO2 kom­pen­sieren als wir aktuell ver­brauchen, um unser in der Atmo­sphäre akku­mulierte CO2 zu reduzieren. Und noch etwas: Sie kön­nen sich bei uns nicht „freikaufen“ für Energiev­er­schwen­dung. Viel wichtiger als erzeugtes CO2 zu kom­pen­sieren ist es, den eige­nen CO2-Ver­brauch dauer­haft zu reduzieren!

Solidaritäts-Waldkaffee

Wir kooperieren mit Kaf­fee­far­men, die auf einen nach­halti­gen und ökol­o­gis­chen Anbau unter Schat­ten­bäu­men umsteigen. Agro­forstwirtschaft ist eine vielver­sprechende Alter­na­tive zu beste­hen­den Monokul­turen. Die Bäume absorbieren CO2 und schützen den Kaf­fee vor Extremwet­tern wie Trock­en­heit und Starkre­gen. Sie fan­gen Wind ab und reduzieren dadurch die Infek­tion der Blät­ter mit Pilzen. Sie lock­en nüt­zliche Insek­ten wie Bienen und Hum­meln an, die bei der Bestäubung helfen, und Vögel, die Schädlinge ver­speisen. Durch die Beschat­tung und den Blat­tab­wurf schwächen und ver­drän­gen sie Unkräuter. Mit Schat­ten­bäu­men benötigt man prak­tisch keine Pes­tizide, Her­bizide und Fun­gizide mehr. Stick­stoff­bindende Bäume wie Guamos, Chachafru­tos, Vainil­los und Car­boneros ver­ringern zudem den notwendi­gen Dün­gere­in­satz. Der Schat­ten erhöht die Qual­ität des Kaf­fees, weil die Kirschen langsamer her­an­reifen und dadurch kom­plexere Aromen entwick­eln. All das macht den gerin­geren Ern­teer­trag gegenüber dem Anbau in der Sonne wieder wett.

Wir fördern den Umstieg von Kaf­fee­far­men auf Agro­forstwirtschaft, indem wir ihnen bei der Ver­mark­tung ihres hochw­er­ti­gen und nach­haltig pro­duzierten Kaf­fees helfen. Einen Teil des Preis­es investieren wir in das Pflanzen von Schat­ten­bäu­men für die Agro­forstwirtschaft und von sel­te­nen Bäu­men zur Rena­turierung von Brach­land zwis­chen den Kaffeefeldern.

Man­fred Hiller hat uns zwei sein­er beson­ders exquis­iten HillSense Spezial­itätenkaf­fees der Fin­ca Andaluz in Gen­o­va zur Ver­fü­gung gestellt. Ein Teil des Verkauf­spreis­es geht in die Rena­turierung sein­er und ander­er Farmen.

Ara­bi­ca Pur ist ein mild gerösteter Kaf­fee aus Castil­lo-Bohnen. Er schmeckt nach Karamell, Zuck­er­rohr, dun­kler Schoko­lade und Trock­en­frücht­en. Auf der Skala der Spe­cial­ty Cof­fee Asso­ci­a­tion erzielt er 87 Punk­te. Im 500g-Päckchen in Bohne kostet er 13 €, wovon 3 € in Pro­jek­te der Rena­turierung fließen.

Gesha ist der wohl berühmteste Spezial­itätenkaf­fee, der auf Auk­tio­nen Reko­rd­preise erzielt. Anaer­ob fer­men­tiert und als Gesha Nat­ur­al getrock­net beto­nen wir seine fruchti­gen und süßen Noten von Zitrusfrücht­en, Jas­min und Lulo. Er ist etwas für Lieb­haber ganz beson­der­er Kaf­fees und erzielt sen­sa­tionelle 89 Punk­te. Wir verkaufen das 250g-Päckchen in ganz­er Bohne für 15 €, davon gehen 5 € pro Päckchen als Spende an Pro­jek­te der Renaturierung.

Bitte benutzen Sie unseren Bestellschein für den Solidaritäts-Waldkaffee.

Die von uns gepflanzten Bäume beschat­ten den Kaf­fee, bieten Dünger für den Kaf­fee und lock­en viele Tiere an, die die Bio­di­ver­sität erhöhen. Hier ein Weibchen des Chloro­phanes spiza in einem Chachafruto-Baum.

Wir betreiben Renaturierung

Um die Rena­turierung des Reser­vats Ani­ma La Vida und ander­er Fin­cas zu fördern, haben Ander­son Muñoz und ich eine Baum­schule für nüt­zliche und sel­tene Bäume auf mein­er Farm und eine zweite in Arme­nia ein­gerichtet. Daraus wollen wir auch anderen Far­men bei der Rena­turierung brach­liegen­der Flächen in Natur­wald helfen. Dieser Wald enthält einkom­mensgener­ierende Ele­mente wie edle Hölz­er, Frucht­bäume und die Förderung von Öko­touris­mus. Denn die Landbe­sitzer sollen mit ihrem Wald ein Einkom­men gener­ieren kön­nen, um ein langfristiges Inter­esse an Wieder­auf­forstung zu entwickeln.

Außer­dem begleit­en wir die Umwand­lung von Kaf­feean­bau ohne Beschat­tung in eine Agro­forstwirtschaft, in der stick­stoff­bindende Bäume den Kaf­fee vor Starkre­gen und Ero­sion schützen, Feuchtigkeitss­chwankun­gen aus­gle­ichen, natür­lichen Dünger pro­duzieren, Unkraut reduzieren und viele andere Vorteile bieten. Die Pro­duk­tiv­ität nimmt dadurch etwas ab, aber dieser Anbau reduziert den Ein­satz von Dünger und macht Pflanzen­schutzmit­teln ide­al­er­weise über­flüs­sig. Der Kaf­fee ist qual­i­ta­tiv hochw­er­tiger, weil er langsamer und ohne Gifte her­an­wächst, und er erzielt als Spezial­itätenkaf­fee einen höheren Preis.

Pro­jek­te der Renaturierung

Derzeit sind wir im Gespräch mit mehreren Farmern, die brach­liegende Flächen rena­turi­eren und ihren Kaf­feean­bau auf Agro­forstwirtschaft umstellen möchten.

Car­men und Sebas­t­ian sind Musik­er, die in Kana­da leben und ihren Kindern ein Stück Natur ihrer Heimat Kolumbi­en erschaf­fen und erhal­ten wollen. Sie haben eine Farm gekauft und möcht­en ein Kul­tur­pro­jekt ein­richt­en, in das sich Kün­stler aller Welt zurückziehen und ken­nen ler­nen kön­nen. Große Teile der Farm wer­den sie hier­für wieder­auf­forsten, den Kaf­fee­bere­ich in Agro­forstwirtschaft umwandeln.

Doña Maria baut schon einen guten Kaf­fee unter Schat­ten­bäu­men an, der allein ihr kein aus­re­ichen­des Einkom­men gener­iert. Deshalb unter­hält sie zusät­zlich eine kleine Rinderzucht. Wir wür­den ihr gerne helfen, durch verbesserte, ökol­o­gis­che Anbaumeth­o­d­en und durch Direk­tver­mark­tung mehr für ihren Kaf­fee zu erzie­len, damit sie die Rinder aufgeben und die teils steilen Rinder­wei­den rena­turi­eren kann.

Man­fred baut in Gen­o­va auf 28 ha ver­schiedene Spezial­itätenkaf­fees an. Er hat auf Teilen sein­er Farm sehr gute Erfahrung mit Kaf­fee unter Schat­ten­bäu­men gesam­melt und möchte jet­zt alle Bere­iche mit Guamo-Bäu­men beschat­ten. Ungenutzten Flächen der Farm will er rena­turi­eren und ein Netz ökol­o­gis­ch­er Brück­en zwis­chen den Kaf­fee­bäu­men ein­richt­en, um die Wald­stücke zu verbinden.

Mauri­cio hat sich eine Fin­ca fernab in den Bergen von Salen­to gekauft. Er will die ver­wilderten Wei­den sein­er Farm in nativ­en Wald umwan­deln. Aber aggres­sive Unkräuter und Klet­terpflanzen erdrück­en derzeit fast alle her­anwach­senden Bäume. Außer­dem hat er eine Rinder­wei­de, die er noch ver­pachtet und in einen Wald umwan­deln möchte.

Mit diesen Pro­jek­ten kön­nen wir gle­ich mehrere Fliegen mit ein­er Klappe schlagen:

  • Die gepflanzten Bäume absorbieren das Treib­haus­gas CO2 und fungieren als CO2-Senken.
  • Die Bewal­dung reduziert die neg­a­tiv­en Auswirkun­gen des Kli­mawan­dels wie Starkre­gen und Ero­sion und ermöglicht eine nach­haltige Landwirtschaft.
  • Die Farmer erhal­ten neue Einkom­men­squellen, etwa mit Bauholz, durch Öko­touris­mus und CO2-Kompensation.
  • Wir fördern den Umstieg von kli­maschädlich­er Rinderzucht auf kli­mafre­undliche Agroforstwirtschaft.
  • Wir erweit­ern Waldin­seln, verbinden sie mit ökol­o­gis­chen Kor­ri­doren und stärken damit die Bio­di­ver­sität in der Region.
  • Die Far­men pro­duzieren einen qual­i­ta­tiv hochw­er­ti­gen, ökol­o­gis­chen Kaf­fee und bewahren die von der UNESCO als Weltkul­turerbe anerkan­nte Kul­tur im kolumbian­is­chen Kaffeedreieck.

Wollen Sie uns unterstützen?

Wir betreiben die Rena­turierung von Flächen nach wis­senschaftlichen, ökol­o­gis­chen und sozioökonomis­chen Prämis­sen, die eine nach­haltige Umkehr des Wald­ver­lusts erre­ichen soll. Viele Ange­bote im Inter­net zeigen, dass das Ver­sprechen von Auf­forstung und Kli­maschutz ein lukra­tives Geschäftsmod­ell gewor­den ist. Dabei nutzen manche NGOs die Bere­itschaft von Men­schen aus, etwas Gutes gegen den men­schengemacht­en Kli­mawan­del unternehmen zu wollen. Spenden fließen in teure „Stu­di­en“, Dien­streisen (selb­stver­ständlich mit dem Flugzeug) und in die Ver­wal­tung, sprich Gehäl­ter der Organ­isatoren. Die Wieder­auf­forstung geschieht häu­fig nur mit weni­gen Bau­marten, die in Reih und Glied gepflanzt wer­den, um die Kosten zu reduzieren. Was in 5 oder 10 Jahren aus dem Wald wird, inter­essiert nicht mehr.

Unsere Pro­jek­te sind kostengün­stig, trans­par­ent und nachhaltig.

  • Wir entwick­eln gemein­sam mit den Farmbe­sitzern an ihre Bedürfnisse angepasste Mod­elle der Renaturierung.
  • Wir pflanzen eine große Band­bre­ite an Bäu­men, die wir an die natür­lichen Gegeben­heit­en und die ursprüngliche Veg­e­ta­tion angepasst auswählen. Im Ange­bot haben wir rund 70 ver­schiedene, auss­chließlich native Bau­marten, einige von ihnen sind vom Ausster­ben bedro­ht. Beson­deren Wert leg­en wir auf Frucht­bäume, die Vögel und andere Tiere anlock­en. Wir bewahren und erhöhen damit die Biodiversität.
  • Wir arbeit­en trans­par­ent, bericht­en regelmäßig über die Fortschritte und wer­den Ihnen genaue Beschrei­bun­gen unser­er Pro­jek­te liefern und unsere buch­hal­ter­ische Pla­nung offenlegen.
  • Unsere Kosten sind ger­ing, weil wir vor Ort zahlre­iche inter­essierte Far­men ken­nen. Wir unter­hal­ten keinen teuren Ver­wal­tungsap­pa­rat und buchen keine kli­maschädlichen Flu­greisen zu Pro­jek­ten. Wir ver­wen­den lokale Pflanzen aus unseren Baum­schulen und von kooperieren­den Baum­schulen, und wir führen die Anpflanzung und das Mon­i­tor­ing selb­st durch.

Bitte sprechen Sie uns an, wenn Sie sich für unsere Pro­jek­te inter­essieren und uns helfen wollen! Sie kön­nen die Rena­turierung durch den Kauf von Café Río Lejos, durch Spenden oder durch den Kauf unseres Sol­i­dar­itäts-Wald­kaf­fees unterstützen.

Unterstützen Sie unsere Renaturierung

Unsere Erfahrun­gen des Umbaus ein­er kon­ven­tionellen Farm mit Kaf­fee und Rinderzucht in eine Farm für organ­is­chen Hochland­kaf­fee und in ein Natur­reser­vat wollen wir gerne anderen Far­men zugute kom­men lassen. Hier­für haben wir zwei Baum­schulen rein mit ein­heimis­chen und ökol­o­gisch wertvollen Bäu­men angelegt, aus denen wir Rena­turierung­spro­jek­te bestück­en. Wir wollen dadurch die Bio­di­ver­sität in der Region stärken, Bauern eine prof­itable und an den Kli­mawan­del angepasste Land­wirtschaft ermöglichen und durch Wieder­auf­forstung einen Beitrag zur Reduk­tion von kli­maschädlichem CO2 leis­ten. Sie kön­nen uns auf vielfältige Weise bei diesen Aktiv­itäten unterstützen.

Kaf­feekauf

Durch den regelmäßi­gen Kauf von Café Río Lejos helfen sie uns, einen arbeitsin­ten­siv­en Kaf­fee in ein­er naturscho­nen­den Weise mit­ten im Natur­reser­vat Ani­ma La Vida anzubauen und gle­ichzeit­ig unser Natur­reser­vat auszubauen. Wer­ben Sie bei Fre­un­den, Ver­wandten, Nach­barn und Arbeit­skol­le­gen! Ver­schenken Sie den Kaf­fee zu Geburt­sta­gen, an Wei­h­nacht­en, oder brin­gen Sie ihn als Besuchs­geschenk mit! Eine größere Sam­melbestel­lung reduziert Ihren Einkauf­spreis. Steigen Sie in Ihrem Büro, in der Prax­is oder im Betrieb auf Café Río Lejos um! Wir stellen gerne einen Prospekt zum Aus­druck bere­it, damit Ihre Kol­legin­nen und Kol­le­gen mehr über den Kaf­fee und unser Pro­jekt erfahren.

Sol­i­dar­itäts-Wald­kaf­fee

Wir bieten einen Sol­i­dar­itäts-Wald­kaf­fee aus den Bohnen der auf Agro­forstwirtschaft umsteigen­den Far­men an. Durch unseren Direk­tver­trieb garantieren wir einen sehr hohen Gel­drück­fluss des Kaf­fees zu den Far­men. Einen Teil des Kaf­feep­reis­es investieren wir in die Pflanzung von Schat­ten­bäu­men und Waldin­seln auf den beteiligten Kaffeefarmen.

Unter­stützung des Reservats

Die Pflege und den Aus­bau des Natur­reser­vats Ani­ma La Vida sowie die Aufzucht sel­tener Bäume kön­nen Sie finanziell unter­stützen. Wir bieten hochau­flösende dig­i­tale Fotos mit Tieren, Pflanzen und Land­schaften aus dem Natur­reser­vat Ani­ma La Vida an, die Sie am Heim­druck­er oder in Foto­geschäften aus­druck­en (lassen) kön­nen. Ein Set mit je 12 Motiv­en, geeignet etwa für einen Kalen­der, kostet 24 €. Sie kön­nen die einzel­nen Motive auch als Poster nutzen. Bitte kon­tak­tieren Sie uns.

Wis­senschaftliche Forschung

Uns liegt sehr an ein­er wis­senschaftlich fundierten und von Wis­senschaft begleit­eten Rena­turierung. Wir kooperieren bere­its mit dem Botanis­chen Garten in Pots­dam, und wir begrüßen Forschungsar­beit­en im Reser­vat Ani­ma La Vida.

CO2-Kom­pen­sa­tion

Es gibt lei­der noch keine Möglichkeit, für die Rena­turierung kleiner­er Flächen CO2-Kom­pen­sa­tion zu beantra­gen, weil eine Zer­ti­fizierung sehr teuer wäre. Wir bieten Ihnen deshalb eine CO2-Kom­pen­sa­tion auf frei­williger Basis an. Bei kom­merziellen Anbi­etern von CO2-Kom­pen­sa­tion fließt ein beträchtlich­er Anteil der Gelder in Ver­wal­tungsstruk­turen und teure Zer­ti­fikate. Wir ver­wen­den Ihre Spenden unmit­tel­bar für Rena­turierung. Wir bieten kleinen Far­men in unser­er Nähe auf ihre Bedürfnisse zugeschnit­tene Lösun­gen der Rena­turierung an. Dadurch entste­ht eine nach­haltige Wert­steigerung und die Besitzer entwick­eln ein langfristiges Inter­esse, ihre Bäume zu schützen und zu bewahren. Wir fördern den Umstieg auf Agro­forstwirtschaft mit Kaf­fee im Wald, wir pflanzen Frucht­bäume, die Vögel und andere Tiere anlock­en, stellen eine Wasserquelle wieder her oder schützen in steilem Gelände vor Erosion.

> Wie Sie Ihren CO2-Fußab­druck min­imieren können

Durch unsere Tätigkeit kom­men wir gele­gentlich mit Fin­cas in Kon­takt, die zum Verkauf ste­hen. Es han­delt sich meist um „ver­wilderte“ Grund­stücke, die bere­its Pio­nier­bäume enthal­ten. Bei einem kom­merziellen Käufer wäre zu befürcht­en, dass der Jung­wald gefällt und etwa kli­maschädlich Avo­ca­dos ange­baut wer­den. Haben Sie Inter­esse an ein­er Kauf­beteili­gung und wollen in kün­fti­gen Regen­wald investieren?

> Über jede Hil­fe, Hin­weise und fach­liche Unter­stützung freuen wir uns!

Die Baumschule

Die enorme Vielfalt an Bäu­men im Reser­vat Ani­ma La Vida hat uns motiviert, die Samen und Set­zlinge viel­er nüt­zlich­er und sel­tener Bäume zu sam­meln und in ein­er Baum­schule auf der Fin­ca La Esmer­al­da zu zücht­en. Mit ihnen betreiben wir die Rena­turierung des Reser­vats Ani­ma La Vida und stellen sie anderen Pro­jek­ten der Wieder­auf­forstung zur Verfügung.

Nury Esper­an­za Car­dona und Ander­son Muñoz haben eine zweite Baum­schule Endémi­ka Huer­to Nati­vo in Arme­nia eröffnet, in der wir Wald­bäume zücht­en und an Pro­jek­te der  Wieder­auf­forstung liefern. Auch Pri­vatkun­den sind her­zlich willkommen.

Wir fördern die Biodiversität

Wir acht­en auf eine möglichst große Vielfalt an Bäu­men und liefern auss­chließlich ein­heimis­che Pflanzen, bevorzugt sel­tene, ungewöhn­liche und vom Ausster­ben bedro­hte, um gezielt die Bio­di­ver­sität in der Region zu fördern. Nur in Ken­nt­nis der lokalen Gegeben­heit­en und des ökol­o­gis­chen Zusam­men­spiels der Arten kann ein nach­haltig wach­sender Wald entste­hen. Unsere Bäume dienen deshalb ver­schiede­nen Bedürfnis­sen und Funk­tio­nen der Renaturierung.

Schnellwach­sende Pio­nier­bäume wie Arbolo­cos, Nigüi­tos, Bal­sos und Chilcos schützen den Boden vor Aus­trock­nung und Starkre­gen, ver­drän­gen aggres­sive Unkräuter und bieten langsamer wach­senden Wald­bäu­men Schat­ten und Schutz.

Legu­mi­nosen wie Chachafru­tos, Guamos, Car­boneros und Vainil­los reich­ern über stick­stoff­bindende Bak­te­rien in ihren Wurzeln den Boden mit Aminosäuren und Nitrat­en an. Über abfal­l­ende Blät­ter und Äste bilden sie einen frucht­baren Humus. Sie helfen beson­ders gut bei der Umstel­lung auf Agroforstwirtschaft.

Mit wasserbinden­den und vor Ero­sion schützen­den Pflanzen, etwa dem Nacedero und Bam­bus, stellen wir kleine Wasser­läufe wieder her, sta­bil­isieren Ero­sion­srin­nen und sor­gen für einen aus­geglich­enen Wasserhaushalt.

Wir propagieren Bäume, deren Samen und Früchte Vögel, Fle­d­er­mäuse und Insek­ten anlock­en, weil sie auf natür­liche Weise weit­ere Samen und Vari­etäten verbreiten.

Ein Schw­er­punkt unser­er Baum­schulen liegt auf sel­te­nen und vom Ausster­ben bedro­ht­en Bäu­men wie Zed­ern, Wachspal­men, Rob­les, Lau­re­les, Kautschuk und Mag­no­lien, um ihre Ver­bre­itung zu fördern.

Unsere Bäume nutzen der Natur und den Menschen

Die Umstel­lung auf ökol­o­gis­che Land­wirtschaft und die Rena­turierung brach­liegen­der oder von Rindern genutzter Flächen kön­nen nach­haltig nur gelin­gen, wenn sie die sozioökonomis­chen Bedürfnisse der Beteiligten berück­sichti­gen. Wir bemühen uns, Zusatzeinkom­men durch hochw­er­ti­gen Kaf­feean­bau, Öko­touris­mus, den Anbau von Nutzpflanzen im Wald und eine nach­haltige Forstwirtschaft zu gener­ieren. Wir pflanzen edle Holzbäume wie die Schwarze und Rote Zed­er. Auf­grund ihres robusten und wasser­re­sisten­ten Holzes wur­den, sie in der Ver­gan­gen­heit so mas­siv aus­ge­beutet dass sie mit­tler­weile unter Naturschutz ste­hen. Gezielt angepflanzt und nach­haltig geern­tet kön­nen sie mit ihrem her­vor­ra­gen­den Bau- und Möbel­holz Far­men ein Extraeinkom­men bieten und die inva­siv­en Euka­lyp­tus­bäume und Pinien ablösen. Wir kooperieren mit vie­len kleinen Baum­schulen in der Region, über die sich Farmer mith­il­fe der spez­i­fis­chen Ressourcen ihrer Farm ein Zusatzeinkom­men gener­ieren kön­nen. Gemein­sam bilden wir ein Net­zw­erk, das eine große Band­bre­ite an ein­heimis­chen, sel­te­nen Bäu­men anbietet.

Wir verkaufen unsere Bäume in Kolumbi­en auch an pri­vate Inter­essierte. Sprechen Sie uns gerne an, und wir schick­en Ihnen eine Angebotsliste.

Von Rinderweiden zu Wald

Bis 2016 gras­ten schwere Kühe auf den steilen Hängen

Fleis­chwirtschaft, ins­beson­dere die Rinderzucht, ist ein wesentlich­er Fak­tor des Kli­mawan­dels. In den ver­gan­genen Jahrzehn­ten wurde in der Prov­inz Quin­dio mas­siv Urwald gerodet, um Rinder­wei­den zu schaf­fen. Neben dem enor­men Ver­lust an Bio­masse und Bio­di­ver­sität für ihre Wei­de­flächen pro­duzieren die Rinder das kli­maschädliche Treib­haus­gas Methan. Wir haben uns deshalb entsch­ieden, die Rinderzucht einzustellen. Eine Umstel­lung auf andere land­wirtschaftliche Pro­duk­te wie Kaf­fee ist kom­pliziert, denn die schw­eren Tiere haben den Boden stark kom­prim­iert und mit ihrem Urin über­säuert. Bei der Rena­turierung und Wieder­her­stel­lung der Böden helfen uns Bäume.

ehe­ma­lige Rinder­wei­den in 2017

Die 16 durch Stachel­draht separi­erten Rinder­wei­den der Fin­ca La Esmer­al­da mit ein­er Fläche von rund 5 ha haben wir der Natur zurück­gegeben, haben kilo­me­ter­lan­gen Stachel­draht ent­fer­nt und erste Inseln mit Pio­nier­bäu­men gepflanzt. Wir säu­bern die jun­gen Bäum­chen immer wieder von aggres­sivem Unkraut, für die Rinderzucht einge­führten Gräsern und einem inva­siv­en Farn, das auf den über­säuerten Böden gedei­ht. Dadurch ver­schaf­fen wir den gepflanzten und sich selb­st aussäen­den Bäu­men einen Wach­s­tumsvorteil. In bere­its recht kurz­er Zeit ist hier ein lichter Jung­wald mit ein­er beein­druck­enden Vielfalt an Bäu­men ent­standen, den wir nun gezielt weit­er auf­forsten und mit sel­te­nen und biol­o­gisch nüt­zlichen Arten anreichern.

Vogelbeobachtung

Kolumbi­en besitzt mit 1876 Arten die größte Vielfalt an Vögeln weltweit. Rund 350 davon sind in Pijao nachgewiesen, und schätzungsweise die Hälfte von diesen besuchen unsere Farm oder leben dauer­haft hier. Darunter sind viele Zugvögel, endemis­che und vom Ausster­ben bedro­hte Arten. Wir pflanzen und schützen bevorzugt Bäume, die Vögel und andere Tiere anlock­en und ihnen reich­lich Nahrung bieten. Von unseren Bana­nen lassen wir einige reifen ohne sie zu ern­ten, ein Festessen für unsere bunt Gefiederten. Sie fühlen sich in den neuen Sträuch­ern und Bäu­men auf den ehe­ma­li­gen Rinder­wei­den so wohl, dass sie uns Samen­päckchen inclu­sive Dünger für neue Baum­sorten hin­ter­lassen und ihren Beitrag zur Anre­icherung der Bio­di­ver­sität leisten.

Ob von der Ter­rasse aus, im hau­seige­nen Obst­garten oder auf Wan­derun­gen durch die Farm, über­all begeg­nen uns Vögel in allen Far­ben und Größen, vom weltweit kle­in­sten Kolib­ri bis zu Rei­h­ern, Geiern, und mit großem Glück sog­ar Adlern.

Bei der Vogelfo­tografie benötigt man viel Geduld der Beobach­tung, Geschick, die näch­ste Bewe­gung des Vogels zu antizip­ieren, und Glück, den richti­gen Moment für den Aus­lös­er zu erwis­chen. So lassen sich diese bun­ten, leb­haften Geschöpfe genießen und in der Kam­era ein­fan­gen. Manche Vögel sind telegen und posieren regel­recht vor uns. Andere spie­len „Men­sch ärg­ere dich nicht!“ und ver­schwinden just in dem Moment, in dem wir die Kam­era ger­ade fokussiert haben.

Für Vogel­lieb­haber bietet die Farm reich­haltige Chan­cen der Beobach­tung. In unserem Reser­vat lassen sich mit etwas Geduld ver­schieden bunte Vögel beobacht­en, beim Fressen, beim Putzen und Waschen, oder ganz geruh­sam, wenn sich etwa die Kolib­ris von ihren akro­batis­chen Flü­gen erholen. Ver­hal­ten wir uns ruhig und respek­tvoll, lassen sie uns an ihrem fröh­lichen Treiben teil­haben, ja sie scheinen „ver­tauschte Rollen“ zu spie­len und beobacht­en neugierig auch uns. Doch selb­st die geduldig­sten Vögel ver­schwinden irgend­wann, und wir hören den häu­fi­gen Satz in der Vogel­beobach­tung: „ya se fue“, „jet­zt ist er weg“.

Am span­nend­sten ist es, mit ein­er lokalen Fachkraft der Ornitholo­gie auf „Birdwatching“-Tour zu gehen. Denn sie ord­nen die ver­schiede­nen Vogel­stim­men genau ein, ken­nen die attrak­tiv­en Spots und zeigen uns selb­st die kle­in­sten Exem­plare mit bester Tarnung.

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Aula­corhynchus pras­i­nus (Laucha­ras­sari

Biodiversität

Kolumbi­en ver­fügt über eine beein­druck­ende Vielfalt an Tieren und Pflanzen und besitzt nach Brasilien die weltweit größte Bio­di­ver­sität. In vie­len Bere­ichen hält es den Wel­treko­rd im Län­derver­gle­ich: die meis­ten Voge­larten (1876) und Orchideen (mehr als 4.000), fast die kle­in­sten Vögel und mit der bis zu 70 m hohen Quin­dio-Wachspalme die größten Pal­men der Welt.

Tan­gara cyanicolis

Im Reser­vat Ani­ma La Vida lassen sich viele dieser Beson­der­heit­en beobacht­en. Es hat eine große ökol­o­gis­che Bedeu­tung für das Departe­ment Quindío, da es an das Naturschutzge­bi­et Bellav­ista der Regierung von Quindío gren­zt und in unmit­tel­bar­er Nähe des Naturschutzge­bi­ets Sier­ra More­na der Cor­po­ración Autóno­ma Region­al del Quindío (CRQ) liegt. Es gehört zu den subandi­nen Wäldern, in denen viele vom Ausster­ben bedro­hte Arten vorkommen.

Glas­frosch Centrolenidae

Zwei urwüch­sige Wälder auf unser­er Farm ent­lang von Wasser­läufen sind beson­ders reich­haltig an Bäu­men und anderen Pflanzen des Dschun­gels. Sie liegen teils in steilen Hän­gen und sind fast unzugänglich, noch voller Über­raschun­gen. So haben wir erst kür­zlich sel­tene Clav­i­jas ent­deckt. Durch einen mas­siv­en Erdrutsch vor zwei Jahrzehn­ten hat sich auf unserem Grund­stück in der Mün­dung des Españo­la-Bach­es in den Rio Lejos ein weit­eres unzugänglich­es Natur­wun­der gebildet. Auf dem Schwemm­land haben sich im wilden Gestrüpp viele Vögel zum Nis­ten und viele Zugvögel niederge­lassen, die im Win­ter aus Nor­dameri­ka anreisen.

Diese naturbe­lasse­nen Bere­iche umfassen zusam­men rund fünf Hek­tar, ein Drit­tel unser­er Farm. Wir sind dabei, die rund fünf Hek­tar ehe­ma­liger Rinder­wei­den zu rena­turi­eren und als arten­re­iche Sekundär­wälder zu etablieren.

Guatin (Dasyproc­ta punctata)

Selb­st die Gebi­ete des Kaf­fees im Wald sind Orte der Bio­di­ver­sität, weil die Schat­ten­bäume zahlre­iche Tiere anlock­en. Mit­ten durch das Kaf­feege­bi­et ver­laufen biol­o­gis­che Kor­ri­dore, über die Wildtiere die ver­schiede­nen Wälder erre­ichen kön­nen. Sie stärken sich auch gerne an den über­reifen Bana­nen, die zwis­chen dem Kaf­fee wach­sen und von denen wir ihnen etwas übrig lassen, ein Festessen für Vögel, Schmetter­linge, Gürteltiere und Eichhörnchen.

Die regionale Bedeu­tung des Reservats

Unsere Urwald­stücke verbinden wir mit­tels ökol­o­gis­ch­er Kor­ri­dore mit isolierten Wald­stück­en der Nach­bar­far­men und mit dem Schutzge­bi­et der Regierung von Quindío. Wir kop­peln so den andi­nen Nebel­wald an das wilde Fluss­bett des Río Léjos, der die Verbindung zum Naturschutzge­bi­et Sier­ra More­na bildet. Dadurch entste­ht ein zusam­men­hän­gen­des Net­zw­erk an Wäldern, licht­en Wäldern und Wasser­läufen, das immer mehr Tiere anlock­en wird. Wir fördern dies, indem wir sel­tene Pflanzen und Frucht­bäume anpflanzen, die Tiere anlock­en. Wir ani­mieren Nach­bar­far­men, auf eine nach­haltige Pro­duk­tion von hochw­er­tigem Kaf­fee und anderen Lebens­mit­teln umzusteigen und dadurch die enorme Vielfalt der kolumbian­is­chen Natur zu bewahren.

Schar­lach­bauch­tan­gare (Ram­pho­celus dimidiatus)

Die Nähe zu anderen Natur­reser­vat­en und seine Vielfalt an ökol­o­gis­chen Leben­sräu­men auf recht engem Platz, mit Wasser­läufen, dichtem Urwald, lichtem Jung­wald, alle­in­ste­hen­den Baum­riesen und Totholz, erk­lärt die enorme Vielfalt an Flo­ra und Fau­na des Reser­vats Ani­ma La Vida. Obwohl nur rund 15 Hek­tar groß, haben wir bere­its über 130 native Bau­marten nachgewiesen – mehr als in ganz Deutsch­land zu find­en sind! Manche der Baum­riesen in den bei­den Urwald­stück­en sind über­zo­gen mit Orchideen und Bromelien. Viele der Tier- und Pflanzenarten sind endemisch, d.h. sie kom­men nur in Kolumbi­en oder sog­ar nur in unser­er Region vor, manche sind vom Ausster­ben bedroht.

Hier leben Nachtaffen, Wald­hunde, Füchse, Opos­sums, Nasen­bären, Gürteltiere und viele andere Säugetiere, zahlre­iche Rep­tilien, Amphi­bi­en, far­ben­fro­he Schmetter­linge und andere kuriose Insek­ten. Und vor allem Vögel! Vögel ver­schieden­ster Größen, For­men und Far­ben, bunt, laut schwatzend oder schimpfend, und schein­bar immer aktiv.

> Vogel­beobach­tung

Elae­nia flavo­gaster (Gelb­bauch-Oliv­tyrann)

Das Reservat — Anima La Vida

Unser Natur­reser­vat Ani­ma La Vida weist eine enorme Vielfalt an Pflanzen und Tieren auf. Wir fördern hier die Rena­turierung ein­er einzi­gar­ti­gen Natur­land­schaft., indem wir beste­hende Waldin­seln ver­größern, ökol­o­gis­che Kor­ri­dore schaf­fen und die bei­den Urwälder unser­er Farm mit benach­barten Wäldern verbinden.

Auf den ehe­ma­li­gen Rinder­wei­den pflanzen wir eine Vielzahl ein­heimis­ch­er Bau­marten. Anstelle von bloßem Gras und Kop­peln für Tiere der Fleis­ch­pro­duk­tion, läuft man heute durch licht­en Jung­wald, in dem sich vielfältig bunte Vögel, Schmetter­linge und andere Tiere tum­meln. Damit schützen und erhöhen wir die Bio­di­ver­sität in ein­er ökol­o­gisch beson­ders wertvollen, aber auch frag­ilen Region. Das kolumbian­is­che Min­is­teri­um für Umwelt und Nach­haltige Entwick­lung hat diesen Beitrag gewürdigt, indem es unsere Farm Ende 2022 zu einem Natur­reser­vat der Zivilge­sellschaft erk­lärt hat.

Clav­i­ja cau­li­flo­ra, eine noch wenig erforschte und sehr sel­tene Pflanze, wächst in unserem Urwald. Hier ein Exem­plar mit Samen.

Auf dem Foto von googleearth in 2018 sind die hell­grü­nen Rinder­wei­den deut­lich zu erkennen.

Als natür­lichen Bestand unser­er bei­den Urwald­stücke haben wir mehr als 130 Bau­marten reg­istri­ert, darunter viele endemis­che und vom Ausster­ben bedro­hte Arten. Diese enorme Bio­di­ver­sität wollen wir schützen, erweit­ern und anderen Fin­cas zur Ver­fü­gung stellen. Wir exper­i­men­tieren, wie sich die durch die Rinder­be­wei­dung degradierten Böden mit ihren aggres­siv­en Unkräutern – inva­siv­en Gräsern und Far­nen – rena­turi­eren lassen. Arbolo­cos und Nigüi­tos fungieren dabei als Pio­nierpflanzen, um die veröde­ten Böden wieder bewohn­bar zu machen.

Auf der Drohne­nauf­nahme von 2022 ist eine fast geschlossene Baumdecke zu sehen.

Weit­ere für die Rena­turierung wichtige Pflanzen sind Guamos, Vainil­los, Car­boneros und Chachafru­tos, die für Humus­bil­dung und eine natür­liche Dün­gung sor­gen, indem Bak­te­rien in ihren Wurzeln Stick­stoff aus der Luft binden und diesen über abfal­l­ende Blät­ter und Äste weit­er­re­ichen. Wir ver­wen­den gefährdete Bau­marten wie Cedro Negro (Anden-Wal­nuss), Roble (Eiche) und Wachspal­men, aber auch beson­ders sel­tene Bäume, deren Samen und Set­zlinge wir aus dem eige­nen Urwald, von befre­un­de­ten Far­men und Reser­vat­en sowie von Baum­schulen erhalten.

Sie kön­nen unser Reser­vat in geführten Touren besichti­gen, unseren Café Río Lejos aus dem Natur­reser­vat bestellen, die Rena­turierung unter­stützen oder diese Seite aufmerk­sam lesen und weiterempfehlen.

Col­ib­ri cor­us­cans und Dutzende weit­ere Voge­larten find­en sich im Reser­vat Ani­ma La Vida in Pijao.

Renaturierung

Lei­der bre­it­et sich im kolumbian­is­chen Departe­ment Quindío der Avo­ca­do-Anbau aus, für den großflächig junge Wälder gefällt und Fahrwege angelegt wer­den, die in den steilen Hän­gen für mas­sive Ero­sio­nen sor­gen. Die Monokul­turen benöti­gen große Men­gen chemis­chen Dünger und Gifte, um das „Super­food“ des Nor­dens zu pro­duzieren. Die UNESCO dro­ht deshalb bere­its, der kolumbian­is­chen Kaf­feere­gion Eje Cafetéro den Sta­tus als Weltkul­turerbe zu entziehen.

Eine Alter­na­tive zu Avocado-Monokulturen

Mit der Ein­führung von Agro­forstwirtschaft im Kaf­feean­bau und der Rena­turierung von Brach­land wollen wir ein Gegengewicht zu diesem neuen Raub­bau an der Natur set­zen. Wir wollen Bewusst­sein für die enorme Vielfalt und Schön­heit der heimis­chen Natur weck­en und den Farmern alter­na­tive Einkün­fte erschließen, indem wir Bäume für Bauholz in nach­haltiger Forstwirtschaft und Frucht­bäume pflanzen. In regener­ierten Zonen siedeln sich viele exo­tis­che Tiere an, die dem lokalen Öko­touris­mus eine weit­ere Attrak­tion bieten. Der Anbau von Kaf­fee soll wieder rentabler wer­den, weil er unter Schat­ten­bäu­men seine Qual­ität verbessert und als Spezial­itätenkaf­fee höhere Preise erzie­len kann.

Ein männlich­er Kap­pen­naschvo­gel (Chloro­phanes spiza)

Aus den Erfahrun­gen der Rena­turierung und mit den Ressourcen unser­er Farm – Samen und Set­zlin­gen – bestück­en wir unsere Baum­schule Endemi­ka Colom­bia. Wir zücht­en auss­chließlich ein­heimis­che Bäume. Pio­nier­bäume dienen der Rena­turierung degradiert­er Böden. Bes­timmte samenbestück­te Bäume lock­en Vögel, Fle­d­er­mäuse und andere Säugetiere an. Nutzbäume pro­duzieren Brennholz und Bauholz oder liefern Früchte für den men­schlichen Kon­sum. Sel­tene und vom Ausster­ben bedro­hte Bäume reich­ern die Bio­di­ver­sität an.

Pirol (Icterus chrysater)

Wir helfen anderen Far­men, ungenutztes Land wieder­aufzu­forsten und auf Agro­forstwirtschaft im Kaf­feean­bau umzusteigen. Dies reduziert über die CO2-Auf­nahme der Bäume den Anteil an Treib­haus­gasen in der Atmo­sphäre und schützt zugle­ich die Böden vor den Auswirkun­gen des Kli­mawan­dels. Denn immer häu­figer wer­den­der Starkre­gen verur­sacht Ero­sio­nen und ver­nichtet die frucht­bare Humuss­chicht. Bäume kön­nen diesen Prozess aufhal­ten und umkehren, indem sie das Wass­er brem­sen, absorbieren und neuen Humus auf­bauen. Zugle­ich ver­hin­dern sie die Aus­trock­nung der Böden in län­geren Trocken­zeit­en und ver­drän­gen auf natür­liche Weise aggres­sives Unkraut.